Schloss Schönhausen

Warum befindet sich unser Akustisches Diorama im Schloss?
Das Schloss Schönhausen hat eine wechselvolle Vergangenheit – zunächst war es die Sommerresidenz der preußischen Königin Elisabeth Christine, Gemahlin Friedrichs des Großen. In der NS-Zeit wurde es als Depot für von den Nazis als „Entartete Kunst“ diffamierte Bilder genutzt. Nach dem Krieg war es der Amtssitz des Staatsoberhaupts der DDR, Wilhelm Pieck und schließlich nach Abschaffung des Präsidentenamts nach sowjetischem Vorbild Staatsratsgebäude der DDR.

1964 zum Gästehaus für hochrangige Staatsgäste der DDR umgebaut, bot das Schloss Schönhausen nicht nur eine schöne Umgebung für Gäste wie Iljitisch Breschnew, Fidel Castro oder Michail Gorbatschow, sondern die SED inszenierte sich damit auch selbst.

Empfang im Schloss Schönhausen zu den X. Weltfestspielen der DDR (1973)


Und natürlich mussten die Staatsgäste der DDR auch bewirtet werden! Vom Havelzander, Rotwild aus der Schorfheide, aber auch Soljanka und Storkower Broiler Spezialitäten war alles dabei. Die Tafel wurde für die hochrangigen Gäste reich gedeckt – mit Speisen, die sich die Bürger in der DDR-Mangelwirtschaft nur äußerst selten – wenn überhaupt – zu Gemüte fuhren durften. Die erlesenen Menüs im Schloss Schönhausen dienten also ebenfalls der Selbstinszenierung der SED: „Seht her! Uns fehlt es an nichts!“

Menükarte zum Empfang.
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein …

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