Das Akustische Diorama im Schloss Schönhausen

Unter dem Namen „Serotonin“ haben wir, Marie-Luise Goerke und Matthias Pusch, seit der Jahrtausendwende zahlreiche Hörspiele, Feature und akustische Produktionen für Radio, Verlage, Museen und Galerien realisiert. Unsere Arbeiten sind vielfältig – mal unterhaltend, mal informativ, mal künstlerisch: immer aber erzählend. Seit 2010 setzen wir als Präsentationsform selbst gebaute Akustische Dioramen für Galerien und Museen ein. 

Das Diorama hat eine lange Tradition in vielen Museen der Welt. In solchen Schaukästen wurden modellhaft kleine Szenen aus Figuren, Tieren oder Landschaften zusammengebastelt und vor zumeist gemalte Hintergründe gestellt. Unser Akustisches Diorama ist in diesem Sinne eine akustisch dargestellte Szene in einem Schaukasten. Die Schaukästen sind das Habitat für den Sound.
Für das Projekt „Schmeckt wie Zuhause“ haben wir ein Akustisches Diorama angefertigt, das jedermann im Schloss Schönhausen besuchen kann. Es besteht aus einem mit den Materialien des Schlosses korrespondieren Kasten in Form eines Küchentischs. Aus der Mitte des Tischs haben wir ein Loch ausgeschnitten, in das wir eine Art Schublade eingelassen wurde. Dieses Kästchen im Küchentisch besteht aus Polystyrol – ein tolles Material! Es ist leicht und dennoch stabil und lässt sich easy verarbeiten und zurecht schneiden. Die Seiten des eingelassenen Kästchens werden beleuchtet, die Rückseite besteht aus einem Monitor, der ein von uns gemachtes Video abspielt. Im Kästchen selbst befindet sich die skulpturale Szene, in diesem Fall sind es Playmobilfiguren, die vom Screen weggedreht und allesamt auf einer Messingplatte angeordnet um ein vergoldetes Brot herumstehen. Die Figuren sind durchweg weiß, es scheint, als seien sie eine homogene Masse. Schaut man genauer hin, erkennt man kleine individuelle Unterschiede an Frisur, Kleidung, Statur, Haltung. Und: Alle Figuren haben den Kopf ein wenig in den Nacken gelegt, sie gucken also hoch und damit den Besucher an – der durch die Scheibe in der Mitte des Küchentischs auf sie herunterguckt. Links und rechts im Tisch befinden sich unter ausgefrästen Löchern die Lautsprecher und ebenso ein Startknopf. Drückt man auf „Start“ startet das Video im Akustischen Diorama im Schloss.
Dass das alles technisch funktioniert, also beim Startknopf-Drücken auch tatsächlich das Video startet, Bild und Ton abläuft, nach Beendigung wieder aufhört und auch erneut startet, wenn man wieder drauf drückt, verdanken wir einem kleinen Raspberry Pie und unserem Algorithmus, der dafür sorgt, dass alles so abläuft, wie es soll – ob der Strom ausfällt oder Kinderhände ganz oft den Knopf drücken oder oder oder :-).
Die Produktion unseres Akustischen Dioramas bestand aus (grob) drei Phasen: Anfertigung des Schaukastens selbst – samt Technik -, Realisation der figurativen Szene und Herstellung des Videos mit Bild und Ton. Aus diesen drei Phasen haben wir ein kleines Video gebastelt, was den Produktionsprozess ein bisschen anschaulicher machen soll – hier ist es! Viel Spaß beim Angucken!

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